Artistik-Feriencamp auf dem Probst-Hof


Das Artistik-Camp auf dem Probsthof in Kummer ist für 28 Kinder kein Urlaub auf dem Bauernhof, sondern Unterricht der anderen Art. Eine Woche schnuppern sie Manegenluft und müssen viel üben bis zur Vorführung am Sonntag.

(Text/Fotos von OTZ-Redakteurin Katja Schmidtke, OTZ 23.08.2014)

 

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08.07. bis 15.07.2018                               29.07. bis 05.08.2018 ausgebucht

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Feriencamp

 

Kummer. Es sieht so einfach aus: Auf dem Einrad in der Manege fahren, Teller in der Luft herumwirbeln lassen oder einen Esel als Turngerät benutzen. So machen es die Profis vor: Spielerisch, immer mit einem Lächeln auf dem Lippen.
Aber Artistik ist vor allem eins: hartes Training. Das lernen die 28 Kinder schnell, die diese Woche auf dem Probsthof in Kummer bei Schmölln verbracht haben. Zum 14. Mal hatte das Artistenpaar Maike und Jörg Probst interessierte Jungen und Mädchen eingeladen, um hinter die Kulissen zu schauen und sich selbst in Artistik und dem Arbeiten mit Tieren auszuprobieren. Am Sonntag, 15 Uhr wollen sie das Gelernte in einer Show zeigen - und zwar nicht nur ihren Eltern, sondern allen Interessenten. Die Vorführung ist offen für alle.
Chefin Maike Probst weiß, dass noch viel zu tun ist, bevor der Vorhang fällt. Weil es für das Feriencamp bis auf das Mindestalter von acht Jahren keine Teilnahmevoraussetzungen gibt, ist die sportliche Fitness, das Selbstvertrauen und Leistungsvermögen der Kinder sehr unterschiedlich. "Während einige im Sportverein aktiv sind, beherrschen andere nicht mal Kopfstand oder Rollevorwärts", sagt die Artistin und Tiertrainerin.
Sechs Trainer kümmern sich um die Kinder und Jugendlichen. Während der Proben geht es streng zu. Das ist richtig so, meint Maike Probst. "Es geht schließlich um die Sicherheit der Kinder", betont sie. Deshalb ist Feriencamp vielleicht nicht der richtige Ausdruck, denn trotz Ferien wird im Camp unterrichtet und gelernt - Grundsätzliches ebenso wie die kleinen, feinen Details. Wer zum Beispiel den Sprung vom Trampolin auf den Eselrücken geschafft hat und dort sitzend Platz genommen hat, muss auch die Arme ausstrecken, die Füße lang machen. "Und lächeln, lächeln, lächeln", ruft Maike Probst den Mädchen zu.
Manchmal aber kann aus vermeintlichen Unzulänglichkeiten auch eine Stärke der Show werden. Ein Mädchen im lila Turnanzug traut sich nicht, über den Esel zu springen. Jörg Probst will das als humoristische Einlage ausbauen: Statt über den Esel zu hüpfen, landet die Kleine eben auf dem Bauch des Tieres, wo sie Trockenschwimmübungen vollzieht oder sie krabbelt unter dem Esel hindurch.
Das Zusammenspiel mit den Tieren klappt nicht immer reibungslos. So manches Kind ekelt sich, wenn der Hahn in der Manege sein Geschäft verrichtet oder wenn das Wollschwein mit seinem Rüssel derb am Hosenbein schnüffelt. Andere Kinder hingegen können sich regelrecht in Tiere hineinversetzen. "Wir entdecken Talente", freut sich Maike Probst. Einen Jungen, zum Beispiel, der auf die geballten Fäuste gestützt, rennt und flitzt wie ein Gorilla. Das wird auf jeden Fall Teil der Show am Sonntag. Alles andere ist noch eine Überraschung.